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Brettsperrholz – Bemessung

Band 2 – Brettsperrholz | Anwendungsfälle

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Nach zahlreichen Diskussionen im Kreis aus Wissenschaft, Anwendung, Lehre und Ingenieurpraxis freuen wir und, den im Auftrag der österreichischen Holzindustrie erstellten zweiten Band vorzustellen.

Sie erreichen den Download über die Pro-Holz-Seite hier.

Brettsperrholz eröffnet als innovatives Tragwerkselement neue Möglichkeiten im konstruktiven Holzbau. Dieser Leitfaden soll helfen, die Möglichkeiten in Planung und Ausführung richtig auszuschöpfen und umzusetzen.

Seit dem Erscheinen des Bandes I Grundlagen für Statik und Konstruktion nach Eurocode hat Brett­sperrholz weitere Märkte erobert. Die im vorliegen­den Band II beschriebenen Anwendungsfälle sollen Tragwerksplaner einerseits Bemessungsgrundlagen zu den Baustoffkennwerten und der Modellierung mittels Finite­Elemente­Modellierung vermitteln. Andererseits werden Fragen zur Konstruktion und Bemessung von Decken, Rippenplatten und Wänden erörtert, wie beispielsweise Kräfte in den Fugen aus Scheiben­ und Plattenwirkung, Punktlasten, Öffnun­gen, mitwirkende Breiten und Fragen zur Schwellen­pressung. Dabei fließen sowohl aktuelle wissenschaft­liche Erkenntnisse als auch Erfahrungen aus dem Ingenieuralltag ein. Die ingenieurmäßigen Ansätze werden als konkrete Referenz in 15 Bemessungsbei­spielen angewendet. Abschließend werden vertiefende Betrachtungen zu Schubkorrekturbeiwert, Verformun­gen bei lokalen Lasten und der Modellierung von Brettsperrholz als allgemeiner Trägerrost angestellt, um auch die Hintergründe zu beleuchten und tieferes Verständnis zu fördern.

Verfasser sind Markus Wallner-Novak, Manfred Augustin, Josef Koppelhuber und Kurt Pock.

Der Zimmermann

Zwei Brüder lebten harmonisch in zwei Bauern höfen,
die nahe beieinander lagen. Sie hatten eine gut funktionie-
rende Getreideproduktion, einige Rinder, und sie kümmer-
ten sich gut um ihre Schweine.
Eines Tages hatten sie einen kleinen Streit. Die Gründe da –
für waren weniger wichtig: ein Kalb des jüngeren Bruders
war herumgestreunt und hatte einen nicht un bedeutenden
Teil des Maisfeldes des älteren Bruders gefressen. Sie
waren leicht verärgert und stritten sich. Zunächst sah es
so aus, als sei die Sache erledigt.
Doch dem war nicht so. Plötzlich sprachen sie nicht mehr
miteinander. Sie vermieden es, einander im Laden oder auf
der Straße anzutreffen. Sie taten so, als kennten sie sich
nicht.
Eines Tages erschien ein Zimmermann auf Arbeitssuche auf
dem Hof des älteren Bruders. Dieser sah ihn von oben bis
unten an und sagte ihm mit mancher Traurig keit in der
Stimme: »Siehst du den Bach, der da unten entlang fließt?
Er ist die Grenze zwischen meinem Bauernhof und dem
meines Bruders. Baue mit all dem Holz, das du in diesem
Wäldchen findest, einen sehr hohen Zaun, so dass ich
nicht mehr gezwungen bin, meinen Bruder oder seinen
Hof wiederzusehen. Auf diese Weise werde ich meinen
Frieden finden.«
Der Zimmermann nahm den Job an, ergriff das Werk zeug
und schritt ans Werk. In der Zwischenzeit ging der ältere
Bruder in die Stadt, um sich um seine Geschäfte zu küm-
mern.
Als er spät am Tag zu seinem Hof zurückkehrte, war er
bestürzt über das, was er sah. Der Zimmermann hatte
keinen Zaun gebaut, sondern eine Brücke über den Bach,
die nun beide Höfe miteinander verband.
Und er sah, wie sein jüngerer Bruder über die Brücke
kam und sagte: »Bruder, nach all dem, was zwischen uns
geschah, kann ich kaum glauben, dass du diese Brücke
gebaut hast, um zu mir zurück zu finden. Du hast Recht;
es ist Zeit, unseren Zwist zu beenden. Komm in meine
Arme, Bruder!«
Und sie umarmten einander herzlich und versöhnten
sich. Der eine Bruder fand seinen anderen Bruder wieder.
Plötz lich sahen sie, dass sich der Zimmermann ent fernte.
Sie riefen ihn: »He, Zimmermann! Bitte geh nicht weg.
Bleibe ein paar Tage bei uns … Du hast uns so viel Freude
be reitet … «
Doch der Zimmermann erwiderte: »Ich kann nicht
bleiben. Weltweit müssen noch andere Brücken gebaut
werden. Es gibt immer noch zu viele Menschen, die mit –
einander versöhnt werden müssen.« Und der Zimmer mann
ging ruhig davon, bis er in einer fernen Kurve des Weges
aus dem Blickfeld verschwand.